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Archive for Juli 2011

Beachprofis

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Die kalifornischen Wochenenden an den Stränden haben’s scheinbar in sich. Jedenfalls hat man mir dies so erzählt und gar manche Filmszene unterstreicht ja deutlich dieses Klischee. Darum war ich heute besonders gespannt, wie der Sonntag an einem der schönsten Strände auf den Keys abläuft. Und irgendwie wurde ich enttäuscht – oder aber auch nicht. Es gab sie wirklich die Strandprofis, die sich mit ihren Kühlboxen, Soundsystemen, Sonnenschutzzelten, Sonnenschirmen, Badematten, Strandstühlen und -liegen für paar Stunden am Brandungssaum häuslich niederliessen. Das besagte Equipment hat mit unseren Campingausrüstungen nicht viel gemein. Das Zeug, das die Beach Boys and Girls an den Strand schleppen, sorgt schlicht für häuslichen Komfort im sandigen Milieu. Multifunktionale Sitze, Kühlboxen mit Rollen und Sitzkissen, Büchsenkühler jeglicher Couleur, Sonnenschirme, die mittels aufgesetztem Sandbohrer im Untergrund fixiert werden uvm.
Auch wir machten einen Evolutionsschritt. Jeder von uns besitzt nun eine kleine Beach-Kühltasche…

Doch der von mir erwartete Ansturm inklusive Kampf um yards und inches blieb aus. Ja gerade friedlich war’s. Unser Plätzchen unterm Baum war auch noch zu haben – beste Voraussetzungen um zwei SonntagsZeitungen (iPad-Version) zu lesen. Den Schatten teilten wir uns heute u.a. mit einer Grossfamilie. Drei (vielleicht auch vier) Generationen spanisch sprechender Beachprofis sorgten für Unterhaltung. Ihr lebhaftes Temperament liess die Dezibel-Nadel zeitweise in den roten Bereich ausschlagen. Als Zaungäste genossen wir die farbige Unterhaltung.

Überhaupt ist Spanisch in Florida allgegenwärtig. Viele Einwohner sind zweisprachig, vor allem die jüngeren Generationen. Die über 300’000 Kuba-Flüchtlinge, die seit der Revolution 1959 nach Florida einwanderten, hinterliessen neben den sprachlichen auch viele kulturelle Spuren. Auf den Speisekarten der Restaurants kann man vielerorts kubanische Spezialitäten entdecken. Und am Strand weht einem ab und zu der Geschmack einer Havanna um die Nase (obwohl die doch in den USA verboten sind…). Schmuggel und ausgewanderte Zigarrenhersteller machen Florida zu einem Paradies für Aficionados. In Key West beispielsweise wird man bei den kleinen Zigarrenläden auf der Duval Street schnell fündig. Einigen Verkäufern kann man sogar beim Drehen der Krautstängel zusehen…

Und was macht der Tropensturm?
Die Chance, dass sich vor der karibischen Haustüre ein Hurricane zusammenbraut, ist heute auf eine Wahrscheinlichkeit von nahe 100% gestiegen. Die Experten erwarten, dass das Windsystem noch 48 Stunden benötigt, bis es sich zu drehen beginnt. Die kleinen Antillen sind jedenfalls schon mit heftigen Winden und Niederschlägen konfrontiert.
Das Teil ist ja noch eine ganze Ecke weg. Und dass es den Weg bis nach Florida findet, ist noch lange nicht klar. Dennoch beobachten wir die Entwicklung gespannt.

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Umdisponiert

Am Sombrero Beach war heute wider erwarten wenig los. Wir sicherten uns eines der wenigen Schattenplätzchen unter einem wunderschönen, einem Olivenbaum ähnelnden Gehölz. Highlight des Salzwasser-Screenings war heute ein Feuerfisch, der sich ziemlich nahe am Strand in einer zerfallenen Betonröhre blicken liess.

Auf den Keys ist es schön. Doch bei aller Schönheit, es zieht uns zurück aufs Festland. Für Nicht-Böötler wird’s mit der Zeit etwas langweilig. In Miami Beach ist für unseren Geschmack einfach bedeutend mehr los. Ausserdem spüren wir etwas Shopping-Fieber aufkommen. Deshalb beschlossen wir, den Florida-Aufenthalt gebührend zu beenden, dort wo er angefangen hat. Mit etwas Glück ergatterten wir ab Dienstag noch ein Zimmer an guter Lage. Nach drei Telefonaten und einem Mail war der Deal geritzt. Wir feiern also unseren Nationalfeiertag noch auf Duck Key und machen uns am 2.8. auf nach Miami Beach.

Beim Warten auf unseren Tisch fürs Nachtessen, vernahmen wir in den Nachrichten, dass morgen ein Beobachtungsflugzeug aufsteigt, um ein Gebiet 1000 km  östlich der Kleinen Antillen zu beobachten, bei dem sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% ein Hurricane zu bilden beginnt. Wie sich die Situation entwickeln wird, lässt sich auf der Webseite des National Hurricane Centers  mitverfolgen. Vielleicht erweist sich ja unser Entscheid, die Keys am Dienstag zu verlassen, auch in dieser Hinsicht als gut.

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Beach Life

Wenn wir auch in der Schweiz solche Warnschilder aufstellen müssen, ist garantiert die Klimaerwärmung schuld…

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Stichhaltig

Darum und wegen der Hitze haben wir auf eine Kajaktour verzichtet…

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Ohne Worte

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Fleischmarkt und Echsen

Der Hotelkomplex bietet verschiedene kleine Marinas an, damit das Resort auch per Yacht angesteuert werden kann. Wie überall auf den Keys ist die Pflanzenwelt ein Hingucker. Zwar freue ich mich auch wieder auf unsere heimischen Bäume und Sträucher, doch der Anblick eines Palmengartens ist doch schon was Spezielles. Das Hotel selbst besteht aus Villen, von denen die meisten einen eigenen Schiffsanlegesteg besitzen. Wir sind im Hauptgebäude untergebracht, im sicherlich bisher schönsten Zimmer auf unserer Reise. Gross, komfortabel und mit einem riesigen Badezimmer. Aber ganz sind wir noch nicht angekommen. Irgendwie scheint uns das Hotel viel zu klein dimensioniert für die Anzahl Gäste, die wir bei unserer Ankunft am Pool lümmeln sahen. Wir kamen uns vor, wie auf dem guten alten Fleischmarkt in unserer Heimbadi. Ungewohnt für die USA – hier wo doch alles immer ein wenig überdimensioniert scheint.

Da wir schon seit Jahren um Ansammlungen brutzelnder Körper weite Bögen machen, flohen wir heute in den Curry Hammock State Park und suchten da unser Glück. Dieser State Park gewann schon mehrere Preise und ist wirklich schön gelegen. Zum Schnorcheln ist das Wasser aber zu flach. Und dort, wo es tiefer wird, sind die Skipper unterwegs. Nachdem wir einigen Kite-Surfern beim Spiel mit Wind und Wasser zugeschaut hatten, verlegten wir, nach einem typischen amerikanischen Mittagessen aus der Kühlbox, unseren Standort zum gestern rekognoszierten Sombrero Beach. Passt. Ein schöner Strand, nicht überlaufen (wird sich wohl am Wochenende ändern) und auch Möglichkeiten zum Schnorcheln. Einziger Nervenkitzel: Die Warnung am Eingang vor der Portugiesischen Galeere. Diese Qualle ist eine der Leibspeisen grosser Meeresschildkröten wie wir gestern gelernt haben. Der Appetit unserer gepanzerten Freunde hat, so scheint es, heute die Küste sauber gehalten. Wir sind glüclicherweise keinem solchen Tierchen begegnet.

Gestern erwähnte ich die prächtigen Leguane, die uns hier unterhalten. Im State Park ist uns heute ein Jungtier über den Weg gekrabbelt. Wie wir am dortigen Infoboard lesen konnten, sind diese Tierchen eingeschleppt. Hobby-Terrarianer, die sich nicht bewusst waren, welche Grösse ausgewachsene Exemplare erreichen können, wilderten vor Jahren in den Lower-Keys einige Echsen verbotenerweise aus. Die Tierchen vermehren sich nun prächtig und drohen zu einer Plage zu werden. Unter anderem ist durch den wachsenden Bestand der Reptilien die seltene endemische Schmetterlingsart Miami Blue gefährdet.

So. Wir machen einen neuen Versuch, uns mit dem Hotel anzufreunden und gehen mal was essen…

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Schildkröten-Hospital

Heutiges Highlight war der Besuch im Turtle Hospital von Marathon. Auf halbem Weg nach Key West entstand vor zwanzig Jahren aus einem Motel und einem angrenzenden Nachtclub ein Schildkröten-Hospital. Der Film Ninja Turtles motivierte den damaligen Besitzer des Grundstücks zu dessen Umnutzung. Seither entwickelte sich das Spital von einer privaten zu einer öffentlichen Non-Profit-Organisation. Zur Zeit bewohnen 31 Meeresschildkröten die Einrichtung, wobei ein gutes Dutzend die Einrichtung aufgrund ihrer schwerwiegenden Verletzungen nicht mehr verlassen wird. Neben krebsartigen Geschwüren fallen die Panzerträger vor allem Schiffsschrauben und Abfällen zum Opfer. Es ist erschreckend, was die Tiere alles an Plastikabfall intus haben, wenn sie in der Notfallstation aufgenommen werden.

Ansonsten stand der heutige Tag ganz im Zeichen des Umzugs nach Duck Key und der Erkundung der Umgebung. Dabei machten wir auch Bekanntschaft mit prächtigen Leguanen, die sich frei auf dem Gelände des Hospitals sowie auf der Hotelanlage bewegen.

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