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Archive for 25. Juli 2011

Ruhe nach dem Sturm

Am Wochenende zieht es die Bevölkerung von Miami auf die Keys. Über zwei Stunden Fahrzeit benötigte man gestern vom südlichen Miami bis nach Key Largo. Die Strassen waren voll von Wochenend-Ausflüglern.
Auch auf dem Meer war Betrieb. Sport-, Fischer- und Tauchboote beschlagnahmten die Bucht vor „unserem“ Häuschen. Heute: Gähnende Leere. Auch die Unterwasserwelt hat ihren Betrieb eingestellt – so scheint es. Gestern noch gab’s einiges zu sehen. Heute präsentiert sich das Wasser vor der Haustür wie ausgestorben. Nur vereinzelt kreuzten Fische die Optik. Ausgefischt? Wir hoffen nicht. Morgen wechseln wir mal auf die Atlantik-Seite.
Auf die Zykaden aber ist verlass. Pünktlich und sehr laut stimmen sie ihr abendliches Konzert an. SUVA-Experten würden mit Sicherheit einen Gehörschutz empfehlen oder gar verordnen. Der Vergleich mit einem bremsenden Zug ist nicht weit hergeholt. Unwahrscheinlich, welchen Sound diese kleinen Tiere produzieren können. Doch diesem fallen sie wohl oft auch zum Opfer. Die gut genährten Echsen lassen diese Vermutung jedenfalls zu.

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Halbzeit

Wir sind Hausbesitzer mit direktem Meeranschluss. Temporär jedenfalls. Der Tagesablauf ist entsprechend unaufgeregt. Einkaufen, schnorcheln, dösen, grillieren.
Wir teilen unseren Gartensitzplatz mit verschiedenen, wenig scheuen Vogelarten, Eichhörchen und Echsen (nicht die grossen Grünen). Und Moskitos (abends). Ohne Insektenschutz kassierte ich vorgestern innert zehn Minuten 17 Stiche. Und man ist wirklich gut beraten, wenn man auch die Kleider einsprayt. Die Biester sind klein, fast lautlos und aggresiv. Aber mit Spray lassen sie einen in Ruhe – mehr oder weniger. Man muss halt Kompromisse eingehen.

Heute ist Halbzeit. Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Florida ist für Liebhaber von Traumstränden, Wassersportler und Naturfans wirklich eine Reise wert. Keine Frage. Die Temperaturen sind wie erwartet (sehr) hoch – ebenso die Luftfeuchtigkeit. Das Autofahren macht Spass und die Distanzen sind für amerikanische Verhältnisse überschaubar.

Auf unserer Rundreise aufgefallen ist uns unter anderem

  • die Sauberkeit und Ordnung die man überall antrifft (diese früher viel gepriesene schweizer Tugend trifft man in den USA eher an als in Helvetien!)…
  • die praktisch fehlende Bautätigkeit in den Städten wie auf dem Land (die seltenen Baustellen, denen wir begegneten, waren Ausbesserungsarbeiten an der Verkehrsinfrastruktur)…
  • die Dimension eines durchschnittlichen Personenwagens (im Vergleich zu dem, was sich hier auf dem Asphalt tummelt, ist unser A6 ein Kleinwagen)…
  • die Gastfreundschaft und Freundlichkeit (gestern hat uns unser Nachbar beispielsweise spontan mit grillierten Hamburgern und Bier überrascht – einfach so…)…
  • die konstante Temperatur von Luft und Wasser (beides über/um dreissig Grad – Tag und Nacht)…
  • die fast tägliche Gewittertätigkeit (selten verging ein Tag, an dem wir keine Blitze gesehen hätten – eine Ausnahme: der 20.7. – ist ja logisch :-))…
  • dass man sich hier sicher fühlt wie in Abraham’s Schoss (wir erlebten keine Situation, die uns irgendwie bedrohlich erschien – ausser im Wasser…quatsch :-))…
  • dass man hier wirklich rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche shoppen kann (sehr praktisch, da profitierten wir schon einige Male)…
  • dass der Amerikaner spätestens ab 20$ die Kreditkarte zückt…
  • dass es in Florida wohl keinen Mann gibt, der keine Angelrute besitzt (überall werden Würmchen gebadet oder auf hoher See (leider) Jagd auf grösseres Getier gemacht)…
  • dass es hier nur eine Motorradmarke zu geben scheint (Harley Davidson) und dass man hier anstelle von Helm und Lederkombi, Flip-Flops, Shorts und T-Shirt trägt…
  • das Fehlen von Hügeln – Florida ist schlicht und einfach flach…
  • dass der Amerikaner drive-in Lösungen bis zum Exzess realisiert (die befahrbare Apotheke als kleines Beispiel)…
  • dass ohne Auto hier gar nichts geht…
  • dass hier wirklich alles, was von Menschenhand gebaut wurde, ein paar Stufen grösser, breiter, höher oder länger ist…
  • dass es sich hier leben lässt – zumindest als Tourist.

So. Der Grill ruft.

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