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Archive for 7. August 2011

Nordwärts

Zum letzten mal pflegten wir in MB unser morgendliches Ritual: Frühstück bei Starbucks. Heute ein ganz besonderes Zmorge. Während wir nämlich herzhaft in unsere Cakes bissen und dazu augenöffnendes und schmackhaftes Gebräu schlürften, machte eine schätzungsweise 60 bis 70 Jahre alte Obdachlose die Runde und bettelte für einen Quarter. Keiner war bereit, der Frau 25 Cents zu spenden. Als sie mich mit ihren hellblauen Augen anschaute, fragte ich sie, ob auch ein Dollar gehe. Sie strahlte mich an und nach einem „thank you Sir, thank you so much!“ drückte sie mir ein Müntschi auf die Schläfe. Ich war über ihre Reaktion erst erschrocken, im Nachhinein tief gerührt. Auch wenn ich annehme, das sie dies sicher schon einige Male gemacht hat, ja dass dies sogar ihre Masche sein könnte, hatte ich das Gefühl – aufgrund ihrer herzlichen Augen – dass sie es ehrlich meinte. Ich werde die Sutuation und damit die Homeless in den Staaten nicht so schnell vergessen…

Der Flug nach New York verlief ziemlich ruhig und wir sassen in der allerletzten Reihe. Eine Premiere. Am Ende der Röhre sass ich noch nie. Dafür schon etliche Male überm Flügel. Heute also freie Sicht…
Beim Drehen auf die Startbahn konnten wir für einen kurzen Moment deren, in Regen getauchtes Ende erkennen. Wir standen noch im Trockenen und rechts vom Jet gingen immer wieder Blitze nieder. Mit einem satten Steigflug wich der Pilot der Gewitterfront aus und brachte uns trocken zum Big Apple.
Während des Flugs der Küste entlang nach Norden konnten wir noch einmal einen Blick auf unsere ersten beiden Etappenziele werfen: Cocoa Beach und das Kennedy Space Center. Auch aus der Vogelperspektive ist die gewaltige Montagehalle nicht zu übersehen. Ebensowenig wie die noch verbliebenen beiden Startrampen, die Piste des Traktors, der das Shuttle jeweils zur Abschussrampe führte und last but not least, die Landepiste, auf der vor ca. zwei Wochen der (vorerst) letzte Touchdown einer Raumfähre stattfand.

Nach einem längeren Aufenhalt an der Gepäckausgabe, führte uns ein privates Taxi gekonnt durch den Traffic Jam zu unserem, in Steinwurfweite vom Times Square liegenden Hotel. Obwohl uns NY mit Regen empfing, ist der Anblick von Manhatten einfach gewaltig und nahezu unbeschreiblich. Morgen haben wir eine Sightseeing Tour gebucht, um die ganze Pracht von NY aufzusaugen. Das Wetter sollte dann wieder besser sein.

Während draussen die Sirenen heulen, die Autos hupen und Menschen schreien, geht unser Tag langsam zu Ende.

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