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Archive for 9. August 2011

CanDo

Die Subway N brachte uns nach SOHO, von wo aus wir zu Fuss viereinhalb Stunden die Gegend erforschten. Dabei begegneten wir
– einem lauten Streik der CWA (Communication Workers of America) gegen den Verizon Konzern. Dieser habe in den Jahren 2009 und 2010, bei einem ausgewiesenen Gewinn von total 24,2 Mrd Dollar, keinen Cent Bundessteuern bezahlt. Das fanden die Gewerkschafter alles andere als lustig und taten dies mit lautstarkem Rufen und Trillern kund. Vorbeifahrende Lastwagen quittierten mit kräftigen Hornstössen, worauf sich die Streikenden für die Sympathiebekundungen mit Gejohle bei den Truckern bedankten – und wir mitten drin…
– einer Beerdigung in Chinatown. Etwa zwanzig schwarze Lincoln Limos folgten im Konvoi zwei Leichenwagen, die über und über mit Blumen und Kränzen geschmückt waren. Der Abschluss der hupenden Prozession machten die Freunde und Bekannten des oder der Verstorbenen in privaten Autos. Entsprechende Beschriftungen an den Fahrzeugen wiesen die Zugehörigkeit zum Tross und den Bekanntschaftsgrad zur verblichenen Person aus. Die von der Polizei begleitete Wagenkolonne war natürlich viel zu lange, um die Ampeln vollständig in einer Grünphase zu passieren. Also wagten sich die Lenker bei Rot trotzdem dem vorausfahrenden Fahrzeug zu folgen. Dies wiederum fanden einige Fussgänger weniger witzig und beharrten auf ihrem Vortrittsrecht, was neben dem Hupkonzert auch das Gestikulieren hüben und drüben verstärkte. Als Zaungäste liessen wir selbstverständlich dem Trauerzug den Vortritt und staunten über die Feinfühligkeit gewisser Zeitgenossen…
– einer Tatortsicherung. Auf dem Weg zum World Trade Center kreuzten wir ein eindrückliches Polizeiaufgebot, das, so nahmen wir an, gerade eine Crime Scene zu sichern begann. Beim Vorbeigehen habe ich Wortfetzen zwischen einem Polizisten und einer Zivilperson aufgeschnappt, die einen solchen Schluss zulassen. Da wir keine Gaffer sind (obwohl es mich ehrlicherweise schon extrem interessiert hätte, was da genau los war), gingen wir weiter unseres Weges und liessen die Jungs vom NYPD ihren Job machen. Nur paar Meter weiter schauten wir einem Velofahrer zu, der einen älteren Chinesen über den Haufen fuhr und sich dabei ebenfalls auf den Asphalt legte. Glücklicherweise waren beide Herren schnell wieder auf den Beinen, ohne gröbere Blessuren davon zu tragen…
– einer Verhaftung eines jungen Arbeitslosen. Die Handschellen rasteten ein und er rastete aus. Wenig erbaut über die polizeiliche Massnahme schlug er den Beamten verbal das F-Wort ergänzt mit B**llsh*t dutzendweise um die Ohren. Genützt hat es ihm nichts. Mein Sohn und ich „genossen“ dieses Intermezzo, als wir vor dem Starbucks auf meine Gattin warteten…

In Little Italy assen wir zu Mittag feine Pasta (natürlich beim Italiener). Sight Seeing zu Fuss bei diesen Temperaturen benötigt schliesslich Energie.
Und morgen planen wir noch ein kleines Finale. Übrigens CanDo bedeutet Canal Down District, also unter Downtown NY…

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