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Nordwärts

Zum letzten mal pflegten wir in MB unser morgendliches Ritual: Frühstück bei Starbucks. Heute ein ganz besonderes Zmorge. Während wir nämlich herzhaft in unsere Cakes bissen und dazu augenöffnendes und schmackhaftes Gebräu schlürften, machte eine schätzungsweise 60 bis 70 Jahre alte Obdachlose die Runde und bettelte für einen Quarter. Keiner war bereit, der Frau 25 Cents zu spenden. Als sie mich mit ihren hellblauen Augen anschaute, fragte ich sie, ob auch ein Dollar gehe. Sie strahlte mich an und nach einem „thank you Sir, thank you so much!“ drückte sie mir ein Müntschi auf die Schläfe. Ich war über ihre Reaktion erst erschrocken, im Nachhinein tief gerührt. Auch wenn ich annehme, das sie dies sicher schon einige Male gemacht hat, ja dass dies sogar ihre Masche sein könnte, hatte ich das Gefühl – aufgrund ihrer herzlichen Augen – dass sie es ehrlich meinte. Ich werde die Sutuation und damit die Homeless in den Staaten nicht so schnell vergessen…

Der Flug nach New York verlief ziemlich ruhig und wir sassen in der allerletzten Reihe. Eine Premiere. Am Ende der Röhre sass ich noch nie. Dafür schon etliche Male überm Flügel. Heute also freie Sicht…
Beim Drehen auf die Startbahn konnten wir für einen kurzen Moment deren, in Regen getauchtes Ende erkennen. Wir standen noch im Trockenen und rechts vom Jet gingen immer wieder Blitze nieder. Mit einem satten Steigflug wich der Pilot der Gewitterfront aus und brachte uns trocken zum Big Apple.
Während des Flugs der Küste entlang nach Norden konnten wir noch einmal einen Blick auf unsere ersten beiden Etappenziele werfen: Cocoa Beach und das Kennedy Space Center. Auch aus der Vogelperspektive ist die gewaltige Montagehalle nicht zu übersehen. Ebensowenig wie die noch verbliebenen beiden Startrampen, die Piste des Traktors, der das Shuttle jeweils zur Abschussrampe führte und last but not least, die Landepiste, auf der vor ca. zwei Wochen der (vorerst) letzte Touchdown einer Raumfähre stattfand.

Nach einem längeren Aufenhalt an der Gepäckausgabe, führte uns ein privates Taxi gekonnt durch den Traffic Jam zu unserem, in Steinwurfweite vom Times Square liegenden Hotel. Obwohl uns NY mit Regen empfing, ist der Anblick von Manhatten einfach gewaltig und nahezu unbeschreiblich. Morgen haben wir eine Sightseeing Tour gebucht, um die ganze Pracht von NY aufzusaugen. Das Wetter sollte dann wieder besser sein.

Während draussen die Sirenen heulen, die Autos hupen und Menschen schreien, geht unser Tag langsam zu Ende.

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Cool…

… Gebogene Duschvorhangstangen erweitern das Raumgefühl unter der Brause…
… Bedienter Parkplatz (Nachtrag von Duck Key) – man fühlt sich für paar Sekunden wahnsinnig wichtig…
… Ventilator mit integriertem Wasserzerstäuber…

Sportlich

Emily hat vor Kuba an Stärke verloren und ist von der Hurricane-Landkarte verschwunden. Ihre Ausläufer bleiben aber gefährlich. Die Meteorologen schätzen das Risiko einer Reinkarnation von Emily zur Zeit auf 70% – und das vor der Küste Floridas. Für uns bedeutet dies, dass wir wohl ohne Sturmwindbekanntschaft aus Florida abreisen können, was uns ehrlicherweise ganz gelegen käme.
Heute kehrte am Beach wieder Ruhe ein. Bei meiner Fototour stiess ich erneut auf ein Paparazzi-Trio, das im Schatten einer Baywatch-Hütte auf Aufträge von der Zentrale wartete. Zum Zeitvertreib knippsten sie im Verborgenen Bilder von Strandschönheiten, vorzugsweise von den spärlichen, die sich topless im Sand oder auf Liegen dem Sonnenbad hingaben. Ansonsten hatten die Typen sichtlich einen langweiligen Tag.
Der Wellengang war heute wieder kräftiger, so dass richtiger Badespass aufkam. Und den Quallen sind wir erneut erfolgreich ausgewichen.

So gehen die Tage hier in den USA langsam dem Ende entgegen. Morgen starten wir am Nachmittag (während eines Gewitters?) zum Grande Finale. Ich freue mich besonders auf viele spannende Fotomotive in New York.

Beim Nachtessen, welches wir wie bei unserer ersten Mahlzeit in Miami mit einem Bierchen krönten (der Kreis hat sich geschlossen), waren wir zum dritten Mal Zaungast eines abendlichen „Sportanlasses“. Vor einem Monat fand ein „Radrennen“ und am Tag darauf ein Laufanlass statt. Heute waren die Inlineskater unterwegs. Alle drei Veranstaltungen war eines gemein. Die niedrige Teilnehmerzahl (mehr als je vierzig Nasen haben da garantiert nicht teilgenommen) sowie das Polizeiazfgebot. Heute zählten wir ein Dutzend Streifenwagen, welche für die Sicherheit der Roller sorgten. In der Schweiz wären diese Events garantiert wegen mangelnder Teilnehmerzahl abgesagt worden. Nicht so hier, im Land der unbegrenzten Schulden….

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Beach Action

Am zweitletzten S(tr)andtag unseres USA-Aufenthalts, konnten wir uns über Unterhaltung wahrlich nicht beklagen. Im Wasser begegnen uns zunehmend mehr und auch grössere Quallen. Da der Atlantik vor MB kristallklar ist, sind die zum Teil Pizzablech grossen Tierchen bestens auszumachen. „Augen auf“ heisst die Devise. Neben Quallen sind vereinzelt recht grosse Fische zu sehen. Wir vermuten, dass es sich dabei um Tarpune handelt, die wir auch auf Duck Key vom Bootssteg aus zu Gesicht bekamen, wo sie allabendlich geduldig auf Fischabfälle warteten. Beim Schnorcheln auf Key Largo fielen uns die stattlichen Burschen erstmals auf, wobei uns ihre Grösse sehr beeindruckte.
Der gestern gesichtete Blechvogel war tatsächlich eine A380 der Lufthansa. Heute beobachteten wir den Riesen, der schon von weitem als Gigant am Himmel auszumachen ist, sowohl beim Landeanflug, wie auch drei Stunden später nach dem Start vom Miami International Airport im Steigflug in Richtung Europa.
Doch bei aller Bewunderung für die Technik, Star des Tages in der Luft war ein Pelikan. Stundenlang machte der Vogel Jagd auf Fische. In – aus unserer Sicht – spektakulären Flugmanövern glitt er Zentimeter übers Wasser, gewann plötzlich schnell an Höhe und stürzte sich nach einer lang gezogenen 180° Kurve im Sturzflug auf den Snack, der im Schwarm, ein paar Zentimeter unter der Wasseroberfläche nichts ahnend seine Bahnen zog. Nicht jeder Angriff des stattlichen Federviehs war erfolgreich. Doch ab und zu sahen wir ihn im Wasser, nach erfolgter Attacke, ruckartig den Kopf zurück werfen, worauf für kurze Zeit ein dicker Hals das Ende eines weiteren Fischleins signalisierte.
Und dann kam ein Hauch Hollywood auf. Mit riesigen Teleobjektiven bewaffnet, pirschten sich drei Paparazzi an ein Opfer an. Hinter Sonnenschirmen und Badegästen versteckt, liessen sie immer wieder, einem Seriefeuer gleich, den Auslöser ihrer Spiegelreflex rattern. Warten, verstecken, anpirschen, beobachten, fotografieren, in Deckung gehen, telefonieren. So sah der Foto-Angriff auf den VIP aus. Und so schnell, wie sie auftauchten, machten sich die drei wieder aus dem Staub, um in sicherer Entfernung ihrem Opfer zu folgen. Natürlich wollten auch wir wissen, welcher Promi da in unserer Nähe weilte. Nun, wir wissen es nicht. Es war eine tiefgebräunte (junge) Dame im Bikini und Strohhut. Sie sei eine spanische Berühmtheit, meinte unsere Sonnenschirm-Vermieterin. Wir haben den Star jedenfalls nicht erkannt…
Zum Promi-Biz passte dann noch die riesige Motoryacht, die am späteren Nachmittag direkt vor unserem Strandabschnitt vor Anker ging. Während das Personal am Heck Beiboote und Jetskis vorbereitete, verliess ein prächtiges Kreuzfahrtschiff den Hafen und nahm Kurs Richtung Karibik.
Wir sind schon gespannt aufs morgige Finale…

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Lazy day

Zu spät realisierte ich, was uns da am Strand in ein paar hundert Meter Höhe leise über die Köpfe segelte. Eine A380 war’s (wir sind uns fast sicher). Ein majestätischer Koloss im Landeanflug auf Miami. Eindrücklich.
Ansonsten genossen wir vom Wasser aus die Skyline von Miami Beach oder räkelten uns am enorm breiten und noch längeren Strand von SOBE.
Am Abend zog es uns an den berühmten Ocean Drive, an dem sich Hotel an Hotel, Restaurant an Reataurant reiht. Hier startet wohl das Nachtleben in Miami Beach. Nach einer kräftigen Mahlzeit und dem einen oder anderen Drink warten die Clubs. Wir lassen die Clubs ausnahmsweise mal aus…
Und Emily? Sie nähert sich mittlerweile Kuba, immer noch als Sturmtief…

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Carless in Miami

Schweren Herzens trennten wir uns heute von unserem lieb gewonnenen Fahrzeug. 1546 Meilen (2488 km) hat es uns gemütlich und komfortabel durch halb Florida kutschiert. Zweimal mussten wir einen Reifen beatmen, ansonsten tat es treu seinen Dienst.
Einmal mehr staunten wir ab der Organisation im Autovermietungszentrum. Die Abgabe des Wagens dauerte knappe zwei Minuten – perfekter Service.
Mit dem Taxi ging’s dann weiter nach South Beach. Passend zum gestrigen Nationalfeiertag hat uns heute kein geringerer als Tell nach South Beach gefahren – Tell Fréderique. Und unser Guillaume war dem (auch) französisch sprechenden Täxeler selbstverständlich ein Begriff.
Das Hotelzimmer ist wie erwartet nicht mehr so luxuriös. Das Bad hat nur noch ein Viertel der Fläche. Dafür kommt mal wieder ein anständiger Wasserstrahl aus dem Duschkopf. Für vier Nächte reicht die Ausstattung allemal. Und die Lage ist perfekt.
Da wir nicht mehr vorhaben Wäsche zu waschen, „müssen“ wir uns noch paar Textilien beschaffen. Die erste Runde hat schon bestens geklappt, wie das Bild zeigt. Weitere Touren werden wahrscheinlich noch folgen.
Noch ist der Hurricane kein richtiger. Emilie wird noch als Tropical Storm gehandelt. Ob sie die nächste Stufe erreichen wird? Eine Verkäuferin meinte, dass ein Hurricane für Miami selten bedrohlich wird. Heftiger Regen und stärkerer Wind seien normal. Nur: Genau dann, wenn er (sie) in Miami das Wetter bestimmt (gemäss Forecast), möchten wir nach NY fliegen. Abwarten und bei Starbucks Chai Tea Latte trinken…

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Er ist eine Sie

Emilie hat sich zu drehen begonnen…

Es besteht die Möglichkeit, dass wir mit Emilie noch Bekanntschaft schliessen werden…